Willkommen in unserem FotoCamper-reiseblog

Da hilft auch kein Croissant…

15. Januar 2022

Ist es Möwengeschrei oder das Geknurre der Flamingos, das uns nach dieser ruhigen, kalten Nacht aufweckt? Wir wissen es nicht, aber jetzt um kurz nach 9 wird es Zeit, den letzten Tag in Angriff zu nehmen. Ralf und seine kleine Fellnasengruppe ersteht bei der kleinen Runde zum Bäcker neben 2 Baguettes auch ganz frische Croissants. Aber ihr kennt das sicher: sie lindern ihn etwas, aber sie heilen ihn nicht: den „Letzten-Tag-Blues“

Wir genießen unseren ausgiebigen Morgenkaffee aufgrund der Temperaturen (jetzt gegen 10 Uhr trotz Sonne von knapp über Null) in unserem Womo und nutzen die Zeit für Arbeiten an Text und Bild.

Kurz nach 12 Uhr wird es Zeit für einen Besuch der kleinen, relativ vollen Hafenstadt, in der wir mit unseren FFP2-Masken leider auffallen. Denn dieses oder auch das Modell Alltag wird hier nicht getragen. Schade…

Bei unserem letzten Besuch vor 3 Jahren überzeugte uns ein Mittagessen im sonnigen „La Terrasse“ in Strandnähe. Und wir bekommen tatsächlich einen Tisch. Windgeschützt, sonnig und mit viel Abstand zu den Nachbartischen. Und die Moules Bleu aux frites als auch der Burger Bleu mit Pommes sind frisch zubereitet und mehr als lecker.

Dazu ein Abschlußweißwein…quasi wie im Urlaub…aber halt leider am letzten Tag. Wahrscheinlich benehmen sich unsere Fellnasen derart artig, weil sie insgeheim hoffen, dass wir dann noch ein wenig länger bleiben. Keine Gebelle, kein Gemotze trotz der vielen, leider auch sehr unerzogenen Hunde rundherum.

Gegen halb 4 erheben wir uns von unserem Sonnenplatz und es geht im beginnenden Abendlicht in Richtung Flamingos. Ein paar Fotos später sind wir wieder auf dem Rückweg zu unserem auf dem Stellplatz der Marina geparkten Womo, wo wir uns erneut draußen zum Auftanken der letzten Sonnenstrahlen platzieren.

Aber um kurz nach 5 heißt es dann „auf ein baldiges Wiedersehen liebe Urlaubssonne“. Ein letzter Spaziergang im Städtchen in der blauen Stunde, ein Abschieds Leffe Blonde und dann steht das Thema Abendessen noch im Raum.

In einem winzig kleinen Supermarkt erstehen wir die Zutaten für ein „Letzter-Abend-Couscous“ mit frischem Salat.

Auch der Couscous ist lecker, aber auch dieser lindert nur ein wenig…

16. Januar 2022

Während wir das schreiben, zeigt das Thermometer während der Fahrt -2 Grad an und gefrorenene Wälder ziehen links und rechts mal im Grau und mal in der Sonne an uns vorbei…es sind noch gute 5 Stunden bis nachhause. 5 Stunden zum Nachdenken, Planen und schon jetzt ein bisschen auf die nächste Tour freuen…bis bald…

Von Palamós nach Palavas…

14. Januar 2022

Sicher habt Ihr es schon gemerkt: es geht langsam nach Hause. Aber auch bei unserem Heimweg gilt unser Motto: Der Weg ist das Ziel. Denn umso schöner wird die Reise…

So auch heute Morgen bei Abfahrt um halb 10 in Palamós. Die Nacht war sehr ruhig. Seit langem hatten wir mal wieder Strom. Die Akkus sind voll, die Haare gefönt und los geht es in Richtung dem nahegelegenen Calella de Parafrugell. Wir möchten uns diesen kleinen Ort ansehen, da wir mit der dort ansäßigen Tauchbasis Poseidon Diving bereits sehr netten Kontakt per Email hatten und uns dieser Ort für einen eventuellen Tauchurlaub gefallen könnte.

Wir parken oberhalb des Camping Moby Dick und sehen uns im Vorbeilaufen den sympathisch wirkenden Platz an. Ein wenig den Hügel hinab und wir landen an einer Treppe oberhalb einer Traumbucht mit Aussicht auf ein katalonisches, kleines Juwel. Der Ort Calella de Parafrugell mit seinen weißen Häusern gibt sich heute Morgen im Winterlicht alle Mühe für eine Bewerbung. Denn die Szenerie ist einfach traumhaft schön. Ein kurze Runde durch den Ort später geht es weiter zurück zu einer in der Sonne liegenden Bar zum letzten Frühstückskaffee auf spanischem Boden. Wir genießen die Sonne und die Tostada mit Tunfisch, freuen uns aber auch auf die wunderschöne Landschaft Südfrankreichs.

Unser erster Stop führt uns zu einer Pause auf einen Stellplatz unweit des Ortes Leucate oberhalb eines Etang mit Blick auf die schneebedeckten Pyrenäen. Leider ist das auf den Fotos im Mittagslicht nicht ganz so gut zu erkennen. Als nach etwa einer Stunde Pause in der Sonne zu viel kalter Wind aufkommt, ist es Zeit, den Platz zu wechseln. Und so fahren wir gegen 15 Uhr auf den kleinen Stellplatz in der Nähe des Ortes Periac de Mer. Schon auf dem Weg dorthin sehen wir viele Flamingos unweit des mit Stegen durchzogenen Etangs stehen.

Wir zahlen die 8 Euro Gebühr, parken ein und los geht unsere Entdeckungsrunde. Gleich bei Ulli’s erstem Fotoversuch der Flamingos durchfliegt ein kleiner, pfeifender blau-gelber Vogel das Bild. Wie schön: ein Eisvogel – ein Martin Pecheur. Hier an diesem kleinen, wundervollen Fleckchen Erde entstehen viele, viele Bilder. Am Witzigsten ist wohl das Foto der Flamingogruppe, in deren Mitte auf dem Pfahl der Eisvogel tront. Auch unsere kleinen Fellnasen genießen die Runde auf den kleinen Wegen und Stegen.

Als wir um 17 Uhr zum Womo zurückkommen, ist uns allen kalt. Das Thermometer zeigt gerade noch 5 Grad und wir beschließen weiter nach Palavas-les-Flots zu fahren. Dieser Ort ist seit unserer ersten Spanientour mit dem Womo ein fester Anlaufpunkt für uns in dieser Region. Wir parken um kurz vor 7 am Kanal – dieses Mal können wir sogar Flamingos vom Fenster aus sehen – und sind kurz danach warm eingemummelt unterwegs in die kleine, fast menschenleere Hafenstadt.


Alle sitzen drinnen. Nur wir, bestens ausgerüstet mit Mütze, Schal und Decke bleiben draußen sitzen. Okay, wir sind die einzigen, aber das stört uns in keinster Weise. Wir genießen ein großes Leffe Blond, dazu Patatas Bravas und lassen die letzten Wochen ein wenig Revue passieren. Beide waren wir auf unserem Weg nach Spanien eher skeptisch, ob die Entscheidung auf dem Weg nach Sizilien in Freiburg einfach rechts in Richtung Frankreich und Spanien abzubiegen richtig war. Aber Jaaaaaa….., sie war es….besser gesagt, sie ist es… Ein einziger von den vielen Tagen ist noch übrig. Und den nutzen wir gerade, um die vielen Bilder von gestern für Euch zu sichten und die besten auszuwählen und zum Text schreiben…und ab und zu geht der Kopf nach links zum Flamingobeobachten und den in der Sonne glitzernden Kanal…schön, wieder hier in Palavas zu sein….

Von der Pilcher-Feeling-Sonnenrast in Benicarlo nach Katalonien…

12. Januar 2022

Nachts ist es erstaunlich ruhig auf dem dicht bestellten Womoplatz in Calpe. Aber beim Hellwerden beginnt der Baulärm der umliegenden Baustellen und ein gewisses Dauercampergetue, das wir schon früher zu Wohnwagenzeiten nicht mochten, macht sich breit. Da heißt es noch vor 10 Uhr Aufbruch. Erst ein Foto, der in der kleinen Lagune lebenden Flamingos, dann ein kurzer Stop im Baumarkt, um den Hundetransporter endgültig einer Reparatur zu unterziehen und schon sind wir wieder auf der Autobahn.

An Valencia vorbei wechselt auch das Wetter von bewölkt in himmelblau und gegen halb 2 kommen wir am Strand in der Nähe von Benicarlo Marina an. Wir parken unweit eines Womos, das auch Requisite für jeden Rosamunde Pilcher Film sein könnte – klein und unpraktisch, aber schön anzuschauen- , genießen etwas den Ausblick auf’s Meer, um dann in einem der kleinen Restaurants in der Marina Platz zu nehmen.

Auch hier fällt auf, dass nahezu alle Einheimische Maske tragen, was man leider nicht von allen Campern sagen kann. Schieben wir es mal auf Unwissenheit…

Auf einen gemischten Salat folgt eine Platte Meeresgetier, angeblich für 2, aber die Mengen sind eher für eine 5-köpfige Familie gedacht.

Gegen 16 Uhr sind wir wieder zurück auf unserer Womoterrasse. Beim Farbspiel der Abendsonne entstehen ein paar Fotos. Und dann ist sie wieder da: die Frage!

Bleiben oder Fahren? Um 18:30 Uhr nach einem netten Telefonat mit Katalonien und dem Check des Wetterberichtes ist diese Frage beantwortet. Wir programmieren den Womoplatz in Palamos ein, den wir um kurz vor 22 Uhr nach relativ entspannter Fahrt auf wenig befahrener Autobahn erreichen und parken dort auf einer Art Behelfsplatz ein. Ein kleiner Snack und einen Rotwein für den Fahrer später fallen wir in einen ruhigen Schlaf mit der Vorfreude auf eine Erkundungstour der kleinen Hafenstadt Palamos…

13. Januar 2022

Und da sind wir auch schon wieder…Die Sonne weckt uns wie immer in den letzten Tagen so gegen 9 Uhr. Ein Aufwachkaffee, ein schneller, netter Check-Inn am Platz und wir parken auf der Terrasse Nummer 4 des Stellplatzes in Palamos in der Morgensonne. Der Ausblick auf das Meer und die vorgelagerten Felsen mit dem Leuchtfeuer ist schon besonders. Unser Womo bietet einen perfekten Windschutz und so können wir wunderbar in der Sonne mit Blick auf’s Meer frühstücken.

Etwa um halb 1 beginnt unsere kleine Erkundungsrunde in Palamos und wir merken schon in den ersten Minuten, dass wir alle noch sehr müde von der Fahrt sind. Je weiter wir in Richtung Meer und Zentrum gelangen, umso wärmer wird es. Schließlich finden wir ein Restaurant in der Sonne, ohne Wind, einem freien Tisch und einer Shih-Tzu-verliebten Besitzerin. Innerhalb einer Sekunde ist der Beschluss gefasst, hier zu bleiben. So sitzen wir vor einem Glas Albarino mit Blick in die Speisekarte in der warmen Wintersonne.

Ein Ensaladilla de Atun, ein paar Croquetas, Patatas Bravas und ein Octopus a la Gallega…und gaaaaaaanz viel Sonne. So ein richtiger Tag zum Ausruhen und Genießen. Unsere Fellzwerge liegen unterm Tisch in der Sonne und schlafen so fest, dass sie kaum Kenntnis von direkt am Tisch vorbeilaufenden Hunden nehmen. All das wäre noch viel schöner, wenn die beiden an unserem Nachbartisch nicht die ganze Zeit laut telefonieren würden. Da wünscht man sich glatt die gute alte Telefonzelle zurück…!!!

Nach einem finalen Kaffee geht es weiter auf Erkundungsrunde, die aber relativ klein ausfällt. Um 17 Uhr erreichen wir unser bereits seit längerem im Schatten stehendes Womo und dann geht es los mit der Sichtung der Fotos, dem Bericht schreiben und dem Planen für Morgen……und wie immer: Ergebnis offen…

Wenn Tapas Tränen trocknen….

11. Januar 2022

Das monotone Wellengeräusch und die aufgehende Sonne wecken uns um halb 9. Es war herrlich ruhig und dunkel und die ganze Besatzung hat gut geschlafen.

Eine Fellzwergrunde später sitzen wir in der Sonne beim üblichen Kaffee und genießen den Ausblick auf’s Meer und die tollen warmen Farben. Die Drohne soll eigentlich gleich starten, aber innerhalb kürzester Zeit frischt der Wind von T-Shirt-Temperatur auf Winterjacke und somit auf zuviel Beaufort für den Drohnenflug auf.

Heute wollen oder besser: wir müssen Andalusien verlassen. Ein Abschied, der uns sehr traurig stimmt, aber es sind auch noch 2200 km bis nach Hause…Funkelt da ein Tränchen in Ullis Augen? Wer weiß das schon?

Tränen der Scham sind auf jeden Fall jede Menge vorhanden. Okay, wenn mal der Abwassertank läuft, ist das nicht schön, kann aber auch einfach daran liegen, dass man bei der letzten Entsorgungsstation vergessen hat, den Hahn zuzudrehen. Ist uns auch schon mal passiert….

Man muss aber spätestens dann von Absicht ausgehen, wenn sich der Toilettentank samt frischem Inhalt kurze Zeit später in unmittelbarer Nähe befindet, und sich das dort geparkte Womo mit Nationalitätenkennzeichen D unmittelbar nach Auftauchen des neuen Schandflecks verdünnisiert. Ein Fremdschämereignis erster Klasse … An dieser Stelle überlegen wir immer, ob man die KFZ Kennzeichen mit samt Womofoto veröffentlichen sollte?

Da wir mittlerweile nach drinnen umgezogen sind, stört ins diese „Szenerie“ nicht so sehr, aber vielleicht möchtet Ihr ja auch mal hier parken. Und wer parkt schon gerne in einer Toilette? Kurz nach 13 Uhr verlassen wir den sonnigen Küstenort Adra mit dem nächsten Ziel Cabo de Gata. Ach ja…der Grund für unseren bereits heute beginnenden Rückweg ist dem Wetter geschuldet, denn ein Regengebiet zieht im Moment von Nord nach Süden und wird bereits Morgen hier erwartet.

Zurück zu Cabo de Gata – einer der Orte mit den geringsten Niederschlagsmengen Spaniens. Als wir dort angekommen, regnet es. Oder sind es Tränen, die vom Himmel fallen? Es gefällt uns hier nicht sehr, was wahrscheinlich mit dem Wetter zusammenhängt. So verhindert der Wettergott auch den eigentlich geplanten Besuch der Küste südlich von Cartagena. Erst in Richtung Alicante soll die Sonne gegen 17 Uhr wieder auftauchen…sie tut es aber schon in Höhe Murcia.

Die Frage bleibt immer noch: wohin heute Abend? Die Temperaturen sind hier in Valencia deutlich kühler gemeldet als da, wo wir gerade herkommen. Wo gibt es einen Stellplatz? Und wo vielleicht eine kleine, nette Tapasbar? Und da fällt uns doch glatt die Tapasbar As de Tapas im von Campern überfüllten Calpe ein. Ein Versuch ist es wert, denn eine Nacht sollten wir die Enge auf einem dieser Plätze aushalten können. Und tatsächlich: in ganz Calpe gibt es 4 freie Plätze. Auf einem davon parken wir.

Wie können es Menschen hier freiwillig länger als einen Tag aushalten? Es ist eng, die Entsorgungsstation mehr als schmutzig und rundherum sind Großbaustellen…

Aber zurück zur Tapasbar: wir parken unter Möchtegerntipps unserer Nachbarin zum Campen und zur Stadt Calpe auf dem Sol Austral Platz ein, ziehen uns warm an und los geht es die ca. 1,5 km zu Fuss in die Altstadt zur kleinen Tapasbar, die sich seit unserem letzten Besuch überhaupt nicht verändert hat.

Auch der Besitzer ist noch der gleiche…und er kann sich noch gut an uns erinnern…da ist die Traurigkeit, Andalusien verlassen zu haben, gleich nicht mehr so groß und die leckeren, kleinen Gerichte zum Bierchen trocknen unsere Tränen…

Und der Plan für Morgen…..wir sind gespannt….

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